Systemübersicht

In der Zahnheilkunde bestehen CAD/CAM-Systeme mit offener und solche mit geschlossener Architektur. Geschlossen bedeutet, dass der Anwender in seiner Wahl der einzelnen Komponenten innerhalb des Systems eingeschränkt ist. Bei offenen Schnittstellen lassen sich die Komponenten unterschiedlichster Hersteller miteinander kombinieren. So offen wie möglich zu sein, entspricht der Philosophie von Roland. Im Workflow kann jeder beliebige Scanner und jede CAD-Software verwendet werden, vorausgesetzt, die Daten werden im STL-Format (Suface Tesseleation Language), dem Standardformat der Dentalindustrie, ausgegeben. Außerdem lassen sich die Materialien des bevorzugten Herstellers mit jeder DWX-Fräsmaschine bearbeiten. Diese Flexibilität führt zu einer erhöhten Wettbewerbsfähigkeit bei gleichzeitiger Möglichkeit, die Produktionskosten selbst zu steuern.


MODELL

3D-Scanner

CAD-SOFTWARE

CAM-SOFTWARE

MASCHINE

PRODUKT


SCANNER

So wie Fräszubehör und Restaurationsmaterialien hat sich auch die Scantechnologie in den vergangenen Jahren in Sachen Schnelligkeit, Genauigkeit, Einfachheit und Vielseitigkeit stark verbessert. Scanner werden in der Regel gemeinsam mit CAD-Software angeboten, sodass bei der Scannerwahl beides berücksichtigt werden muss. Modellscanner basieren meist entweder auf Lasertechnologie oder auf strukturiertem Licht, das auf die Oberfläche projiziert und gemessen wird. Geräte im höheren Preisniveau bieten meist eine gesteigerte Produktivität durch höhere Scangeschwindigkeit und die Option des Multi-Die-Scanning. Mit manchen Modellen lassen sich Abdrücke direkt scannen, um ein virtuelles 3D-Modell auf dem Bildschirm zu erzeugen. In diesem Fall kann ein physisches Modell gefräst oder gedruckt werden - zeitgleich mit der Herstellung der finalen Versorgung. Und in manchen Fällen wird kein Modell mehr benötigt.

 

Mehr Informationen



CAD-Software

Die CAD-Software ermöglicht es, die Restauration auf Basis des eingescannten Modells oder Abdrucks zu konstruieren. Manche Softwarehersteller geben an, dass nur 90 Sekunden Zeit benötigt werden, um ein Käppchen zu designen und produktionsfertig zu machen. Die Optionen, Abdrücke zu scannen und Modelle virtuell einzuartikulieren, ermöglichen einen modellfreien Workflow. Ganz gleich, ob Käppchen, vollanatomische Krone, Brücke, Inlay oder Onlay, Teilversorgung oder Steg konstruiert werden sollen – die CAD-Software wurde so optimiert, dass der Prozess für Zahntechniker möglichst vertraut wirkt und eine intuitive Bedienbarkeit gewährleistet ist. 

Mehr Informationen



CAM-Software

Sobald der Konstruktionsschritt abgeschlossen ist, folgt die Fräsvorbereitung. Die CAM-Software ermöglicht die Auswahl des gewünschten Materials und Rohlings - entweder bereits teilweise verwendet oder auch neu. Die virtuellen Objekte werden dann wahlweise manuell oder automatisch durch die Software positioniert (genestet), um den vorhandenen Platz optimal auszunutzen. Auch Supportstrukturen lassen sich manuell oder automatisch anlegen. Die CAM-Software analysiert die Geometrie der geplanten Restaurationen und berechnet dann die optimalen Werkzeugwege und Frässtrategie für den vorliegenden Werkstoff sowie die verfügbaren Fräswerkzeuge.

Mehr Informationen



MASCHINE

Der Anwender setzt den erforderlichen Rohling sowie die Fräswerkzeuge ein, welche die CAM-Software vorgibt. Die DWX-50 und DWX-4 wechseln die Werkzeuge automatisch, und ermöglichen so einen Fräsprozess ohne manuelles Eingreifen. Dann erhält die Maschine Anweisungen von der CAM-Software und verfährt in den vorgegebenen Wegen. Im gesamten Workflow ist das Fräsen der einzige wirklich automatische Prozess. Ist dieser einmal gestartet, kann der Anwender sich anderen Aufgaben zuwenden und beispielsweise wieder mit dem Scannen beginnen. Bei den Modellen der DWX-Serie erfolgt auf Wunsch sogar eine E-Mail-Benachrichtigung, wenn der Fräsvorgang beendet ist. 

 

Mehr Informationen



PRODUKT

Restaurationen aus Zirkoniumdioxid werden im vorgesinterten Zustand gefräst. Dies bedeutet, dass das Material relativ weich ist und sich die Fräszeit optimieren sowie der Werkzeugverschleiß reduzieren lassen. Um die finale Festigkeit zu erhalten, wird ein Hochtemperaturofen benötigt. Während des Sinterprozesses schrumpft das Zirkoniumdioxid um rund 25 %. Der Schrumpfungsfaktor ist auf jedem Rohling angegeben und wird in die CAM-Software eingegeben, um die gewünschte exakte Passung zu erhalten. Hochtransluzentes Zirkoniumdioxid wird in der Regel bei höheren Temperaturen gesintert, sodass entsprechende Überlegungen bei der Auswahl eines Sinterofens mit einbezogen werden sollten.

Die Qualität der finalen Restaurationen ist erstaunlich hoch. Der digitale Prozess führt zu unvergleichlich hoher und konstanter Genauigkeit und eignet sich für die Bearbeitung einer stetig zunehmenden Anzahl an Werkstoffen. Oft sind erhebliche Zeiteinsparungen möglich, die es dem Zahntechniker erlauben, mehr Zeit für die ästhetische Ausarbeitung zu investieren, während Laborbesitzer die Flexibilität erhalten, sich mehr auf ihren Betrieb zu konzentrieren. Wenn zahntechnische Labore den Einstieg in die digitale Zahnheilkunde wagen, bemerken Zahnärzte häufig die verbesserte Qualität, das gleichbleibende Niveau, schnellere Lieferzeiten und eine bessere Betreuung.